
Die Moderne Wurzelkanalbehandlung Teil 4/4
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20. September 2016Wir wissen wie beliebt eine Zahnspange sein kann.
Vor allem wenn man vom Zahnarzt / Kieferorthopäden erfährt, dass man eine Zahnspange braucht. Bei vielen Patienten steht die Ästhetik im Vordergrund. Jedoch ist die Kaufunktion ein weiterer entscheidender Grund, warum man eine Zahnspange benötigt.
Ästhetik
Viele Patienten, die heute eine Zahnspange tragen oder getragen haben, haben entweder im Spiegel oder auf Fotos gesehen, dass ihre Zähne nicht gerade sind. Oft sind die Frontzähne sehr stark verschachtelt oder lückig angelegt. Da diese Fehlstellungen nicht dem eigenen Schönheitsideal entsprechen, entscheiden sich auch sehr viele Erwachsene Patienten für eine kieferorthopädische Behandlung. Dabei ist aber meistens keine funktionelle Einschränkung vorhanden, weshalb sich auch die gesetzlichen Krankenversicherungen (je nach Schweregrad) nicht an den Kosten beteiligen.
Kaufunktion
Mit der Begründung der Beeinträchtigung der Kaufunktion durch bestimmte Fehlstellungen werden heutzutage die meisten Zahnspangen eingesetzt. Die Fehlstellungen die am häufigsten auftreten und die Kaufunktion beeinträchtigen sind:
Sagittale Stufen
Dabei weicht der Oberkiefer vom Unterkiefer in der sagittalen Ebene ab. Hier kann entweder der Oberkiefer im Vergleich zum Unterkiefer zu weit vorne/zu weit hinten sein oder der Unterkiefer im Vergleich zum Oberkiefer zu weit vorne/zu weit hinten sein. Wegen dieser Fehlstellungen werden die meisten Zahnspangen eingesetzt. Nicht nur eine eingeschränkte Kaufunktion z.B. auch beim Abbeißen, sondern auch die Überbelastung der Kiefergelenke durch Kompensationsversuche können auf lange Sicht Beschwerden hervorrufen.
Vertikale Stufen
Hierbei sind beim Zusammenbeißen die Frontzähne in der vertikalen Ebene nicht in Kontakt (offener Biss) oder die Oberkieferzähne bedecken fast die kompletten Unterkieferfrontzähne (tiefer Biss). Beim offenen Biss ist je nach Abstand der Zähne zueinander das Abbeißen mit den Frontzähnen nicht möglich. Aus diesem Grund weichen viele Patienten beim Abbeißen auf die Seitenzähne. Beim tiefen Biss kann es sogar dazu kommen, dass die Unterkieferfrontzähne den Gaumen Berühren und diesen auch verletzen. Außerdem folgt durch die höhere oder tiefere Postion der Kiefer eine unnatürliche Position für die Kiefergelenke. Als Folge können Kiefergelenksbeschwerden oder Kieferknacken auftreten.
Transversale Stufen
Bei transversalen Stufen ist die Größe des Zahnbogens entscheidend. Normalerweise ist der Oberkieferzahnbogen etwas größer als der Unterkieferzahnbogen, damit die Zähne ineinandergreifen. Besteht dabei eine Diskrepanz, führt es zu Fehlstellungen. Wenn der Oberkieferzahnbogen deutlich größer oder der Unterkiefer deutlich kleiner ist, kann ein Bukkalbiss (die Oberkieferzähne beißen an den Unterkieferzähnen vorbei) entstehen. Ist der Oberkiefer jedoch deutlich kleiner oder der Unterkiefer deutlich größer, kann ein Kreuzbiss entstehen. Dabei stehen die Unterkieferzähne weiter außen. Diese Fehlstellungen können vor allem eine starke Belastung für die Kiefergelenke sein.
Platzmangel
Bei einem Platzmangel können nicht alle bleibenden Zähne in einem normalen Zahnbogen Platz finden. Meistens ist das durch einen frühzeitigen Milchzahnverlust bedingt. Deshalb können nicht alle Zähne die volle Kauleistung erbringen.
Durchbruchsstörungen
Es kommt auch häufiger vor, dass einige Zähne erst gar nicht durchbrechen können, da kein Platz vorhanden ist oder sogar der Zahnkeim so verlagert ist, dass sie nicht von sich aus den Weg finden. Durch das Fehlen dieser Zähne sind Nachbarzähne einer stärkeren Belastung ausgesetzt, wodurch einseitige Überbelastungserscheinungen auftreten. Meistens in Form von einseitigen Kiefergelenksbeschwerden oder verminderte Kaufunktion.
Zusammengefasst gibt es auf dem ersten Blick viele „nicht sichtbare“ Gründe, die trotzdem eine kieferorthopädische Behandlung erfordern. Neben den ästhetischen Aspekten steht die funktionelle Fehlbelastung im Vordergrund. Aus diesem Grund ist auch ein regelmäßiger Besuch vor allem auch im Kindes- bzw. Jungenalter essentiell, um diese Fehlstellungen zu erkennen und zu beheben.

